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Beide Seiten profitieren von „Wohnen mit Hilfe“

RAVENSBURG/WEINGARTEN – Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) – Kreisverband Ravensburg – bietet seit einiger Zeit die Möglichkeit von „Wohnen mit Hilfe“, von dem sowohl Mieter, als auch Vermieter einen Nutzen haben sollen. Der eine bekommt Wohnraum, der ja bekanntermaßen eher knapp ist, der andere erhält hier und da Unterstützung. Wie es gehen kann, zeigt ein Beispiel im Raum Ravensburg/Weingarten.

Das freistehende Haus am Hang steht inmitten einer grünen Oase. Zum Eingang führt eine Holztreppe hoch. Links und rechts davon explodiert die Vegetation geradezu. Im ausladenden Garten blühen allerhand Blumen und der Rasen sprießt. Schnell kann man erahnen, dass es hier einiges zu tun gibt.

Viel kann die 75-jährige Klara Schmied (Name geändert) noch selbst erledigen. Doch Tätigkeiten wie etwa das Rasenmähen am Hang werden manchmal etwas mühsam. Zumal das Grundstück auch recht groß ist. Um sich etwas Erleichterung zu verschaffen, hat sie über „Wohnen mit Hilfe“ eine junge Mitbewohnerin gesucht. Sie selbst kann separaten Wohnraum bieten: In einer Einliegerwohnung mit eigenem Eingang ist ein schönes großes helles Zimmer mit Küche und Bad. Über einen Zeitungsartikel im vergangenen Sommer erfuhr sie von dem Projekt des DRK und meldete sich dort.

Die 22-jährige Studentin Fränze Grüneberg wiederum kommt aus Brandenburg und absolviert derzeit ein Praxissemester für ihr Studium der Bioprodukttechnologie. Für die Dauer von sechs Monaten suchte sie in Ravensburg oder Weingarten eine Wohnung. Dabei stieß sie im Internet schnell auf das Angebot des DRK.

Für beide Seiten muss es gut passen
Nun hieß es für beide einen Fragebogen auszufüllen, in dem Wünsche und Anforderungen abgefragt werden. Neben den allgemeinen Informationen zu ihrer Person, der Länge der Wohndauer, kreuzte die junge Frau auch an, wo sie bereit ist mitzuhelfen: im Haushalt, im Garten, bei Einkäufen und vielem mehr. Einzig Begleitungen außer Haus hat sie verneint, weil sie kein eigenes Auto besitzt. Die gleiche Aufgabe hatte die Vermieterin, die angeben musste, was sie an Wohnraum bieten kann und welche Unterstützungsleistungen sie sich wünscht.

Priska Urban vom DRK Kreisverband Ravensburg übernimmt die Aufgabe die Inhalte zu sichten, und die passenden Personen zusammenzubringen. Während des Mietverhältnisses ist sie dann als Ansprechpartnerin für beide Seiten präsent und erkundigt sich in regelmäßigen Abständen.

Dass das DRK zwischengeschaltet ist, findet Vermieterin Klara Schmied sehr angenehm. Es gibt ihr eine gewisse Sicherheit. Bei ihrer aktuellen Mieterin waren Bedenken ohnehin unnötig. Die beiden pflegen einen freundlichen, höflichen und offenen Umgang miteinander, bei einer Prise gesunder Distanz. Jede hat ihren eigenen Wohn- und Freiraum. Wenn es Aufgaben zu erledigen gibt, dann wird besprochen, wann Fränze Grüneberg diese übernehmen kann. Meist beschränkt sich dies auf das Wochenende, weil sie durch ihre langen Arbeitstage unter der Woche recht eingespannt ist.

Seit Februar wohnt sie in ihrer Wohnung. Sie hat zum Beispiel schon Fenster geputzt, Gras auf einem Schuppendach gerupft oder auch mal geholfen etwas einzuschlagen. Jetzt – während der Saison – wird sie ihre Vermieterin öfter beim Rasenmähen unterstützen. Die Zeiten der Einsätze schreiben die beiden auf, dafür reduziert sich die Miete.

Beide sind sich einig, dass das Modell eine gute Idee ist. „Ich fühle mich richtig wohl. Frau Schmied hat mich vom Bahnhof abgeholt und sie hat mir auch gleich die Stadt gezeigt“, erklärt sie. Klara Schmied wiederum meint: „Mir war das Vorgehen ganz sympathisch.“ Angenehm findet sie, „jemanden im Haus zu haben“, hier und da Unterstützung zu erhalten und dass sie befristet vermieten kann.

Informationen:

Wohnen mit Hilfe
Priska Urban

Tel. 0751 56061-10

priska.urban@
 - rotkreuz-ravensburg.de

5. August 2016 12:37 Uhr. Alter: 3 Jahre