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Flüchtlingshilfe

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Notunterkunft in der Ravensburger Burachhalle ist geschlossen

Planmäßig zum Monatsende Mai schließt die Notunterkunft für Flüchtlinge in der Kreissportturnhalle in der Burachhöhe in Ravensburg. Die zuletzt verbliebenen 76 Flüchtlinge zogen zum Wochenende in andere Quartiere um, zumeist nach Ravensburg.

In den sieben Monaten des Betriebs als Flüchtlingsunterkunft lebten dort insgesamt 442 Flüchtlinge. 12 Mitarbeiter des Roten Kreuzes teilten sich 8,5 Stellen und kümmerten sich in dieser Zeit um den operativen Betrieb und die persönlichen Belange der Menschen auf der Flucht.

Von den insgesamt 442 Bewohnern waren 242 männlich und 200 weiblich. 83 Personen waren im Alter zwischen 0 und 6 Jahren, sowie 93 Personen im Altern zwischen 7 und 18 Jahre. 6 Hochschwangere wurden in der Betriebslaufzeit in eine geeignetere Unterkunft mit deren Familien verlegt.

Die Flüchtlinge kamen aus ganz unterschiedlichen Herkunftsländern. Der Großteil der Menschen (306) war aus Syrien, 55 aus Afghanistan, 30 aus dem Irak, Albanien (20), Georgien (11), Iran (10), Eritra (4), Mazedonien (3) Bosnien& Herzegowina (3). Insgesamt lebten 3 verschiedene Religionsgruppen aus 9 Nationen in der Flüchtlingsunterkunft auf einer Nutzfläche von ca. 2.200qm zusammen, darunter 327 welche dem Islam zugehörig waren, 21 Christen, 14 Jesiden und 80 Personen ohne Religionszugehörigkeit.

Die Solidarität der Ravensburger Bevölkerung war groß. Bis zum letzten Tag waren in den 7 Monaten insgesamt 292 Freiwillige in der Notunterkunft im Alter von 13 bis 79 Jahren ehrenamtlich tätig.

Viele Projekte wurden von Freiwilligen angestoßen und umgesetzt, darunter Kinderbasteln am späteren Nachmittag, Frauenbegegnungstreffs, Patenschaften, Sport- und Kreativangebote, sowie Sprachangebote.

13 Sprachkurse wurden ins Leben gerufen, darunter 4 Sprachekurse an 4 Werktagen nur mit Freiwilligen.

Mehr als 19 Kooperationspartner unterstützen das Rote Kreuz beim Betrieb der Einrichtung, darunter TAVIR; BiBO, Humpisschule, Edith-Stein-Schule, Bildungszentrum St. Konrad, Albert-Einstein- und Spohngymnasium, Human Hearts, EineWelt-Laden, Milka Ravensburg, Lions Club Ravensburg,  Bodenseeschule Friedrichshafen, Razorbacks, Institut für Soziale Berufe, Mehrgenerationenhaus Ravensburg, Verein für Schulentwicklung an der Kuppelnau e.V., sämtliche DRK-Gliederungen im Schussental, Die Mehlsäcke, und viele mehr.

Besonders beliebt ist das Projekt „Mit Nadel und Faden“ in Zusammenarbeit mit dem TAVIR e.V. in Ravensburg.

Ein Großteil der Bewohner der Burachhalle wechselte in die Springer-, Karl-, Garten- oder Weidenstraße nach Ravensburg und werden auch weiterhin durch die Sozialarbeiterinnen betreut. Durch diese räumliche Nähe werden auch die Sprach- und Kreativprojekte in Trägerschaft des DRK mit den vielen Freiwilligen fortgeführt. Zudem hat das DRK einen Zuschlag beim Bundesprogramm Patenschaften bekommen und wird auch dieses weiter fortführen können.

Damit die vielen Kinder unter 6 Jahren in dieser Zeit eine Chance auf Teilhabe und Bildung bekamen, richteten die Johanniter und der DRK Kreisverband Ravensburg in Windeseile 2 zusätzliche Kindergartengruppen ein.

Die Notunterkunft in der Burachhalle mit ihren 300 Plätzen war die erste und größte  im Landkreis Ravensburg und Vorbild für viele weitere Standorte, auch über den Landkreis hinaus.

Auch für die hauptamtlichen Mitarbeitenden endet der Einsatz zum Guten. Sie betreuen die Flüchtlinge zum Teil an anderen Standorten weiter, wechseln in den Rettungs- oder Schuldienst oder bekommen einen dualen Studienplatz beim Roten Kreuz.

In einem gemeinsamen Pressegespräch zogen Landkreis und DRK ein kurzes Resümee über diesen besonderen Einsatz.

Markus Thiel, stv. Leiter des Amtes für Migration und Integration danke dem DRK und allen anderen Partner für die reibungslose Zusammenarbeit. Neben dem DRK war auch die Küche der Oberschwabenklinik eine Sicherheits- und eine Reinigungsfirma im Dauereinsatz.

Auch für das Amt für Migration und Flüchtlinge war die Burachhalle ein kleiner Kraftakt. In der Hochphase der Flüchtlingswelle musste das Landratsamt die Einrichtung aus dem Boden stampfen.

Fortan führten das Landratsamt und die Ausländerbehörde der Stadt Ravensburg vor Ort regelmäßige Außensprechstunden in der Burachhalle durch.

DRK Kreisgeschäftsführer Gerhard Krayss dankte allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Ihre Arbeit ist unverzichtbar bei der Integration von Menschen auf der Flucht.

Das DRK wird auch weiterhin ein wichtiger Partner in der Flüchtlingsarbeit für den Landkreis sein, so Thiel. Das DRK hat längst die Sozialbetreuung in den weiteren Unterkünften in der Robert-Bosch-, Karl-, und Weidenstraße in Ravensburg übernommen mit 262 Plätzen. Viele der Freiwilligen sind mit in die neuen Unterkünfte umgezogen.

1. Juni 2016 03:43 Uhr. Alter: 3 Jahre