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Covid-19: Überblick häusliche Quarantäne

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Covid-19: Überblick häusliche Quarantäne (Unter Berücksichtigung der Hinweise des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz, des RKI und der Bundesregierung entstanden, sowie in Absprache mit DRK-Landesarzt Prof. Kramer)

  • Hintergrund

    Eine Epidemie ist eine sich schnell entwickelnde Situation, die besonders zu Beginn häufig von viel Ungewissheit begleitet ist. Krankheitserreger, wie zum Beispiel Coronaviren können mit dem bloßen Auge nicht wahrgenommen werden und haben keinen wahrnehmbaren Geruch. Sie sind mit unseren Sinnesorganen nicht erfassbar. Erkennbar werden sie nur durch einen medizinischen Nachweis und durch die Krankheitszeichen, die sie mit sich bringen. Somit sind die Erreger für viele wie ein unberechenbarer "unsichtbarer Feind", vor dem man sich nur bedingt schützen kann. Manchmal kommt es aus dem Gefühl der Unsicherheit heraus sogar zur Ausgrenzung von Menschen, die tatsächlich oder vermeintlich Krankheitsüberträger sind.

    Die Sorge um die eigene Gesundheit und die Gesundheit von Familienangehörigen und Freunden kann Gefühle von Verunsicherung und Angst, von Hilflosigkeit oder sogar Kontrollverlust hervorrufen. Diese Empfindungen und Reaktionen sind normal. Mit zunehmender Ausbreitung von COVID-19 fragen sich immer mehr Menschen, was dies für ihren Alltag bedeutet. Eine epidemisch auftretende Krankheit ist sowohl für jede Einzelperson als auch für die Gesellschaft als Ganzes eine Herausforderung und erfordert ein kooperatives, umsichtiges und hilfsbereites Verhalten. Oberstes Ziel ist es derzeit, die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus einzudämmen. Um die Ausbreitung des Virus abzumildern, müssen Betroffene oder Kontaktpersonen einige Zeit in häuslicher Quarantäne verbringen. Das kann psychisch belastend sein.

  • Rechtliche Rahmenbedingungen

    Für Maßnahmen zur Krankheitsverhütung und Krankheitsbekämpfung hält das Infektionsschutzgesetz verschiedene rechtliche Instrumente bereit. So können die zuständigen Behörden, zum Beispiel das Gesundheitsamt, Personen verpflichten, den Ort nicht zu verlassen oder bestimmte Orte nicht zu betreten, bis die notwendigen Schutzmaßnahmen durchgeführt sind. Mit Paragraph 30 des Infektionsschutzgesetz stellt die Quarantäne dabei eine der Maßnahmen dar, die den Einzelnen am meisten einschränkt. Sie dient aber dazu, eine weitere Verbreitung der Krankheit zu verhindern. Die zuständigen Behörden kontrollieren die Einhaltung. Ein Verstoß gegen die behördliche Anordnung einer Quarantäne kann als Ordnungswidrigkeit oder Straftat ausgestaltet und entsprechend geahndet werden. Familienmitglieder oder weitere Personen, die im selben Haushalt leben, stehen automatisch auch unter Quarantäne. Ist eine Person im Haushalt ernsthaft an dem Coronavirus erkrankt, sollten die restlichen Familienmitglieder bestenfalls nicht im selben Raum schlafen oder essen - und idealerweise auch ein anderes Badezimmer nutzen. Ist dies nicht möglich, muss umso strenger auf konsequente Hygienemaßnahmen geachtet werden.

  • Schutzmaßnahmen und Belastungssituation

    Die Quarantänesituation ist eine Schutzmaßnahme. Sie ist aber auch eine Belastung, denn sie schließt potenziell erkrankte Personen von der Teilnahme am sozialen Leben weitgehend aus. Wichtige soziale Ressourcen, wie sie das Berufs- oder Familienleben bieten, sind reduziert. Wenn die Quarantäne länger dauert, kreisen die Gedanken häufig um die Krankheit und eventuelle Anzeichen einer Ansteckung. Daher ist es wichtig, auf den Erhalt des eigenen psychischen Wohlbefindens zu achten. Kontakt mit anderen vermeiden

    Um weiterhin ausreichend Lebensmittel im Haus zu haben, können Sie Nachbarn oder Bekannte darum bitten, für Sie einkaufen zu gehen. Im Anschluss können die Einkäufe vor der Haustür abgestellt werden. Sollen Sie Essen beim Lieferdienst bestellen, informieren Sie diesen zuvor und bitten ihn, die Lieferung vor der Tür abzustellen. Bezahlen kann man häufig online.

  • Medizinische Aspekte in der Quarantäne

    Covid-19 bleibt oft völlig symptomfrei. Das ist für den Betroffenen gut. Dennoch kann man diese Krankheit in dieser Phase an Menschen übertragen. Die Quarantäne ist ein Schutzmechanismus gegenüber den Mitmenschen. Zu achten ist während der Quarantänephase dennoch auf auftretende typische Covid-19-Symptome wie Fieber – Husten – Atemnot. Man kann allerdings keine eindeutige Abgrenzung zur Grippe oder Erkältung herstellen, die derzeit ebenfalls vorkommen. Im Zweifelsfall sollte man sich mit dem Hausarzt telefonisch in Verbindung setzen. Für ganz normale Erkältungs- und Grippesymptome gelten die üblichen Regeln der Behandlung. Vor allem ältere Mitmenschen, die ebenfalls im Haushalt leben, sollte man instruieren und ein Augenmerk auf sie haben. Generell gilt: Die Covid-19 Infektion verläuft für die meisten Betroffenen eher weniger beeinträchtigend. Immungeschwächte Personen sind jedoch eher mehr gefährdet.

  • Kinder in der Quarantäne

    Über den Ausbruch der Krankheit COVID-19, hervorgerufen durch das Coronavirus (SARS-CoV-2), und die Auswirkungen wird aktuell weltweit berichtet. Medienberichte und andere Informationen erreichen auch viele Kinder. Dabei können z.B. Bilder von Menschen in Schutzanzügen und mit Atemmasken bedrohlich wirken. Kinder nehmen den Umgang ihrer Familie sowie ihres sozialen Umfeldes – Freundeskreis, Kindergarten, Schule usw. – mit der aktuellen Situation sehr genau wahr. Eltern und andere Bezugspersonen stehen deshalb vor der Herausforderung, mit ihren Kindern über diese möglicherweise belastende Situation zu sprechen und z.B. häusliche Quarantänen zu organisieren.
    Veränderte Verhaltensweisen Jedes Kind reagiert auf Stress oder Belastungen individuell.

    Verunsicherte Kinder können sich unwohl oder müde fühlen, unruhig, nervös oder ängstlich reagieren. Sie können gereizt, aggressiv oder auf andere Weise „anders“ sein als üblich. Möglicherweise lassen Appetit oder Konzentration nach, oder die Einschlaf- und Schlafroutinen sind verändert. Einige Kinder können Verhaltensweisen zeigen, die ihrem Entwicklungsstand eigentlich nicht mehr angemessen sind:

    • Sie sind besonders anhänglich, reagieren stark auf Abschieds- oder Trennungssituationen oder sprechen wieder in Babysprache.
    • Manchmal kann es sein, dass Kinder wieder einnässen oder einkoten. Auch andere körperliche Symptome wie Übelkeit, Bauch- oder Kopfschmerzen können auftreten.

    Was kann Kindern helfen? 

    • Versuchen Sie, für Ihr Kind da zu sein. Oft ist es schon eine große Hilfe, wenn eine vertraute Bezugsperson in der Nähe ist. 
    • Ein strukturierter Tagesablauf mit festen Schlaf- und Essenszeiten gibt Halt und Sicherheit. Achten Sie darauf, dass Gewohntes möglichst beibehalten wird, und halten Sie Absprachen und Zusagen jetzt ganz besonders zuverlässig ein. 
    • Im Rahmen der Möglichkeiten und unter Berücksichtigung der jeweiligen Hinweise zum Kontakt mit anderen Personen: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind sich körperlich betätigt (Rad fahren, Ball spielen usw.) und Zeit an der frischen Luft verbringen kann. Eine gesunde Ernährung ist immer wichtig, gerade jetzt.

    Tipps für Eltern?

    • Schaffen Sie Zeiträume, in denen sich Ihr Kind entspannen und einfach spielen kann. 
    • Schützen Sie Ihr Kind vor zu intensivem Konsum der Berichterstattung. Immer wieder mit bestimmten Bildern und Schilderungen konfrontiert zu werden, hilft nicht und kann verunsichern, auch Sie selbst. 
    • Wenn Ihr Kind gerne wieder in Ihrem Bett schlafen möchte, kann das durchaus sinnvoll sein – falls es für Sie und Ihre Familie umsetzbar ist.

    Wie erkläre ich meinem Kind die Situation? 

    • Unterstützen Sie Ihr Kind mit Zuwendung und Geduld. Geben Sie ihm die Möglichkeit, die aktuelle Situation zu verarbeiten und sich daran anzupassen. 
    • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die aktuelle Situation. Hören Sie aufmerksam und geduldig zu, wenn es von Eindrücken erzählt, auch wenn es sich wiederholt. 
    • Wenn Ihr Kind Fragen stellt, beantworten Sie diese ehrlich. Sagen Sie offen, wenn Sie etwas selbst nicht wissen. Sie können dann gemeinsam überlegen, wer Ihnen die gewünschte Antwort geben kann. 
    • Vermitteln Sie Fakten und erklären Sie, was aktuell geschieht. Geben Sie Ihrem Kind klare, verständ-liche und altersgerechte Informationen z.B. darüber, wie man einer Infektion vorbeugen kann. Dazu kann auch gehören, zu besprechen, wie Sie vorgehen werden, wenn ein Familienmitglied oder das Kind selbst Krankheitszeichen zeigt. Erklären Sie auch, was getan wird, um den betroffenen Personen zu helfen und eine weitere Ausbreitung des Krankheitserregers zu verhindern. 
    • Erklären Sie Ihrem Kind, warum Besuche bei Freunden, den Großeltern oder anderen Bezugspersonen unter Umständen aktuell nicht möglich sind. 
    • Wenn Sie gestresst oder besorgt sind, verheimlichen Sie Ihre eigene Betroffenheit nicht, sondern sprechen Sie offen darüber. Helfen Sie Ihrem Kind zu verstehen, warum Sie so reagieren, wie Sie es tun.

    Wie unterstütze ich mein Kind in häuslicher Quarantäne? 

    Die Quarantäne ist eine Schutzmaßnahme. Sie kann aber auch eine Belastung sein, gerade, wenn im Haushalt auch Kinder leben, die nicht mehr in den Kindergarten oder zur Schule gehen können oder von anderen im Haushalt lebenden Personen möglichst separiert werden sollen.

    •  Erklären Sie Ihrem Kind in altersgerechten Worten die aktuelle Situation und erläutern Sie, warum gewisse Maßnahmen durchgeführt werden müssen. 
    • Erklären Sie Ihrem Kind, warum Besuche von Freunden, den Großeltern oder anderen Bezugsperso-nen aktuell nicht möglich sind. Ermöglichen Sie Ihrem Kind den Austausch mit diesen Bezugspersonen (z.B. über Telefon, Internet und soziale Medien). Wenn Sie die Möglichkeit haben, Videotelefonie zu nutzen, kann dies das Gefühl von Kontakt und Gemeinschaft stärken. 
    • Schaffen Sie eine Tagesstruktur, gerade, weil die Routinen des Kindergarten- oder Schulbesuchs aktuell wegfallen. Planen Sie z.B. feste Essenszeiten, Zeiten zum Lernen oder Spielen. Beziehen Sie Ihr Kind in die Planungen ein. Auch feste Zeiten, sich über die aktuelle Situation zu informieren, können dazugehören. 
    • Gehen Sie auf Essenswünsche ein. Bitten Sie Nachbarn und Freunde, für Sie Besorgungen zu machen und ggf. Spielsachen vorbeizubringen. 
    • Setzen Sie sich mit der Schule in Verbindung: Häufig werden von dort Arbeitsmaterialien zur Verfügung gestellt, die zu Hause bearbeitet werden können.
    • Kinder haben ein anderes Zeiterleben als Erwachsene. Malen Sie z.B. einen Kalender und streichen Sie – ähnlich einem Adventskalender – jeden Tag der Quarantäne ab, sodass die Zeitspanne für Ihr Kind greifbarer wird. 
    • Auch wenn es keinen adäquaten Ersatz für den Spielplatz oder das Spielen im Freien gibt: Ermöglichen Sie Ihrem Kind Bewegung. Durch Bewegung können Anspannung und Stress abgebaut werden. Auf begrenztem Raum können Zimmertrampoline, Gummitwist oder Springseile helfen. 
    • Probieren Sie mit Ihrem Kind Entspannungsübungen aus. Anregungen und Hinweise auch speziell für Kinder lassen sich im Internet recherchieren.
    • Bieten Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, sich auch mental zu betätigen, z.B. durch Lesen, Schreiben oder Knobelaufgaben. 
    • Auch wenn Sie den körperlichen Kontakt mit Ihrem Kind nur bedingt einschränken können: Erläutern Sie ihm, warum Sie diesen z.B. in Bezug auf Ihren Partner/Ihre Partnerin reduzieren und wozu dies dient.
    • Bewahren Sie sich eine positive Grundhaltung: Dies kann sich auch auf Ihr Kind übertragen und vermittelt Zuversicht und Sicherheit.