· Pressemitteilung

Unterkühlung – Symptome erkennen, richtig helfen

Foto: DRK
Winterliche Idylle mit Risiko: Zugefrorene Weiher und Seen in Oberschwaben laden zum Betreten ein – das DRK warnt vor der akuten Lebensgefahr durch Eisbruch und Unterkühlung.

Schnelles und umsichtiges Handeln kann Leben retten.

Klirrende Kälte, frostige Temperaturen, feuchtkalte Witterung und starker Wind stellen den menschlichen Körper in den kommenden Tagen und Wochen vor besondere Herausforderungen. Gerade im Winter kann eine Unterkühlung – medizinisch Hypothermie genannt – jederzeit auftreten und sich rasch zu einer ernsthaften Gefahr entwickeln.

Von einer Unterkühlung spricht man, wenn der Körper über längere Zeit mehr Wärme abgibt, als er selbst produzieren kann, und die Körperkerntemperatur unter 35 Grad Celsius absinkt. Das Deutsche Rote Kreuz in Oberschwaben informiert darüber, wer besonders gefährdet ist, wie sich eine Unterkühlung äußert und was im Notfall richtig zu tun ist.

Ursachen und Risikogruppen

Eine Unterkühlung kann durch einen Sturz ins kalte Wasser, längeren Aufenthalt in feuchtkalter Umgebung oder starken Wind ausgelöst werden. Auch Alkohol erhöht das Risiko, da er den Wärmeverlust des Körpers verstärkt. Gefährdet sind grundsätzlich alle Menschen, die sich längere Zeit ungeschützt im Freien aufhalten. Besonders aufmerksam sollten Eltern von Säuglingen und Kleinkindern sein, da diese ihre Körpertemperatur noch nicht ausreichend selbst regulieren können. Auch Kinder in Rückentragen oder Tragetüchern kühlen häufig unbemerkt aus.

Symptome

Je nach Schweregrad zeigt sich eine Unterkühlung unterschiedlich.
Bei einer leichten Unterkühlung treten starkes Kältezittern, Unruhe sowie eine gesteigerte Atmung und Herzfrequenz auf. Die Haut wirkt blass und kalt. Bei einer schweren Unterkühlung besteht akute Lebensgefahr: Die Atmung verlangsamt sich, das Zittern lässt nach oder hört auf, Muskelstarre und Bewusstseinseintrübungen bis hin zur Bewusstlosigkeit können auftreten.

Erste Hilfe

Bei Verdacht auf Unterkühlung gilt: Sofort den Notruf 112 absetzen.

  • Betroffene schonend an einen warmen, windgeschützten Ort bringen.
  • Nasse Kleidung entfernen und durch trockene ersetzen.
  • Langsam vom Körperstamm aus erwärmen, z. B. mit Decken oder einer Rettungsdecke.
  • Rettungsdecken richtig anwenden: körpernah vollständig einhüllen, um Wärmeverlust zu verhindern und vor Wind und Nässe zu schützen.
  • Kalte Hautstellen nicht reiben oder massieren.
  • Warme, gezuckerte Getränke nur bei wachen, ansprechbaren und schluckfähigen Personen anbieten – kein Alkohol, kein Kaffee.
  • Bewusstlose Personen mit erhaltener Atmung in die stabile Seitenlage bringen und warm halten.
  • Bei Atem- oder Herz-Kreislauf-Stillstand sofort mit der Wiederbelebung beginnen.

Vorbeugung

Wettergerechte, mehrlagige Kleidung, festes Schuhwerk sowie der Schutz von Kopf, Händen und Füßen sind entscheidend. Bei längeren Aufenthalten im Freien sollten warme Getränke, trockene Wechselkleidung und eine Rettungsdecke mitgeführt werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist regelmäßig zu prüfen, ob sie ausreichend warm sind.

Achtung auf zugefrorenen Gewässern

Wenn Frostperioden Gewässer in Oberschwaben zufrieren lassen, warnt das DRK eindringlich davor, diese zu betreten. Gerhard Krayss, Kreisgeschäftsführer des DRK im Landkreis Ravensburg, betont:
„Nicht freigegebene Eisflächen sind lebensgefährlich. Ein Einbruch ins Eis führt innerhalb kürzester Zeit zu Unterkühlung und akuter Lebensgefahr.“

Kommt es dennoch zu einem Einbruch, hat der Eigenschutz oberste Priorität. Helfende sollten die Eisfläche nicht betreten, sondern sofort den Notruf 112 wählen. Vom sicheren Ufer aus können Hilfsmittel wie Äste, Schals oder Leitern gereicht werden. Nach der Rettung müssen Betroffene umgehend vor weiterer Auskühlung geschützt und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes betreut werden.

Wichtig: Bei Verdacht auf Unterkühlung oder einem Eisunfall sofort den Notruf 112 wählen. Schnelles und umsichtiges Handeln kann Leben retten.