Partizipations- und Beschwerdekultur

In unseren Kindertagesstätten ist Partizipation kein Zusatzangebot, sie ist ein fester Bestandteil des pädagogischen Alltags. Denn jedes Kind hat das Recht darauf, gehört zu werden, mitzugestalten und in Entscheidungen einbezogen zu werden, die sein Leben betreffen.

Ausgehend von der UN-Kinderrechtskonvention und dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VII) setzen wir Mitbestimmung ganz konkret um: in der täglichen Praxis und im Miteinander. Unser Team lebt eine dialogische und beschwerdefreundliche Haltung, hört den Kindern zu, nimmt sie ernst und begleitet sie auf ihrem individuellen Weg zu Selbstständigkeit, Verantwortung und sozialem Miteinander.

Diese Entscheidungen gibt es auf drei Ebenen:

1. Entscheidungen für das eigene Leben.

Dabei handelt es sich häufig um den Alltag der Kinder, hier entscheiden sie mit, wann sie frühstücken, was sie spielen oder ob sie an einem Projekt teilnehmen möchten.

Konflikte für die pädagogischen Fachkräfte entstehen dabei im Spannungsfeld von Selbstbestimmung und Fürsorge. Dabei ist auch entscheidend, auf welche Art und Weise mit den Wünschen der Kinder umgegangen wird.

2. Entscheidungen für und in der Gemeinschaft

Dabei handelt es sich um die Beteiligung an Angelegenheiten, die mehrere Kinder angehen, das kann eine Kleingruppe, eine Interessensgruppe, die eigene Gruppe oder die gesamte Kindertagesstätte sein. Hierbei kann es um Entscheidungen für Projekte, Spielzeugauswahl, die Gestaltung von Festen oder Ähnliches gehen.

3. Entscheidungen, die über die Kindertagesstätte hinausgehen

Dabei handelt es sich um Entscheidungsprozesse, die über die internen Kindergartenangelegenheiten hinausgehen und den politischen Raum betreffen. Hierbei kann es sich eher um eine projektbezogene Beteiligung z.B. an einem Dorffest handeln als um eine ständige Vertretung in einem kommunalen Gremium wie bei Jugendlichen.

Partizipation ist ein Entwicklungsprozess, in dem die Kinder Erfahrungen sammeln, ihre Bedürfnisse und Wünsche sowie Interessen zu artikulieren, die das eigene Leben betreffen und das Leben in der Gemeinschaft.

Auch Beschwerden sind bei uns herzlich willkommen, sie sind Ausdruck von Selbstwirksamkeit und ein wichtiger Bestandteil unserer offenen Haltung. Kinder lernen bei uns, ihre Bedürfnisse zu benennen, sich einzubringen und gemeinsam mit anderen Lösungen zu finden.

Partizipation ist für uns mehr als Mitbestimmung, sie ist gelebte Demokratie im Kleinen.

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