„Es ist einfach toll.“ Mit diesen vier einfachen Worten beschreiben viele Gäste ihren Aufenthalt in der Hackwald-Hütte in Ebnit. Im kommenden Jahr wird die Selbstversorgerhütte nahe Dornbirn 70 Jahre ehrenamtlich von der Bergwacht des DRK-Kreisverbands Ravensburg bewirtschaftet. Dafür braucht es auch einen Hüttenwart. Vom Mitbegründer und langjährigen Verantwortlichen Josef Haag übernahm diese Aufgabe vor vier Jahren sein Neffe Arno Däuber.
Die letzten Meter sind steil. Kaum zu schaffen ohne Allrad-Fahrzeug. Doch dann tun sie sich auf: die Idylle, die Ruhe, die Natur. So beschreibt Arno Däuber die Umgebung der Hütte, umgangssprachlich Bergwacht-Hütte genannt. Mit 24 Jahren kam er selbst durch seine Leidenschaft Klettern zur Bergwacht und folglich zur Hütte, wo er enge Freunde gefunden hat. Die Verbundenheit ist Grund für ihn, „das Erbe des Onkels und seiner Freunde zu hüten“.
Bewegte Geschichte einer Hütte
Dieses sogenannte Erbe hat eine bewegte Geschichte. 1957 haben einige Bergwacht-Kameraden rund um Josef Haag nach langer Suche die Hütte in Ebnit aufgetan. Seither wird sie durchgehend von der DRK-Bergwacht Ravensburg bewirtschaftet. Die Chronik liest sich spannend. Immer wieder mussten Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten getätigt werden. Auch einen Skilift gab es über viele Jahre, ebenfalls von den Aktiven gebaut und betrieben. Ein Lifthäuschen zeugt heute noch davon. Diese eingeschworene Gruppe setzte sich Jahrzehnte dafür ein, dass die Hütte gut in Schuss und ein Heim für sie blieb. Die Kameraden haben heute ein hohes Alter erreicht. Josef Haag etwa ist 86 Jahre. Ihn freut daher besonders, dass sein Neffe das von ihm lange engagiert ausgeübte Amt übernahm.
Ein Schatz des DRK
Auch die Übereignung der Hütte liest sich wie eine längere Berg- und Talfahrt. Seit längerem ist der DRK-Kreisverband Ravensburg aber im Grundbuch eingetragen. „Sie ist ein gigantisches Pfund für das DRK. Diesen Schatz muss man sich bewahren“, so Däuber. Als Hüttenwart ist der 67-Jährige ehrenamtlich nicht nur für die Belegung, Kasse und die Abführung der Taxe an die Stadt Dornbirn zuständig, sondern auch für die Pflege des Geländes rundum die Hütte. Mit einem kleinen Team aus Freunden und engagierten Helfern werden die allfälligen Arbeiten, wie Mähen um die Hütte und Brennholz machen, durchgeführt. Ebenso kleinere Reparaturarbeiten vor Ort. Eine Grundausstattung mit Getränken wie Mineralwasser, Limo und Bier sollte immer vorrätig sein. Dazu kommt die Instandhaltung des Gebäudes und der Technik. Hierbei ist Däuber auf die Mithilfe der Gäste angewiesen, die ihm entsprechende Probleme zurückmelden.
Für aktive und passive Mitglieder
Nutzen können die Hütte mit ihren 15 Plätzen in drei Räumen passive und aktive Mitglieder der DRK-Bergwacht und des DRK-Ortsverbands sowie des DRK-Kreisverbands Ravensburg. Die Übergabe erfolgt unkompliziert. Eine Hüttentasche mit Schlüssel, Anmelde- und Abrechnungsformularen sowie Müllbeuteln der Stadt Dornbirn liegt bei Däuber zu Hause eigens in einer Kiste zur Abholung bereit. Wer zum ersten Mal bucht, bekommt eine persönliche Einweisung. Däuber, der als Meister bei einer Elektrofirma arbeitet und leidenschaftlich gerne in die Berge geht, will die Ruhe und die Idylle erhalten. Eine Gemeinsamkeit, die er auch mit einigen befreundeten Nachbarn in Ebnit teilt. Vor allem für Familien mit Kindern sei hier ein Paradies. Auch die Mantrailer der DRK-Hundestaffel sind vom Standort begeistert, können sie doch bestens mit ihren Tieren trainieren. Die meisten würden zu den Aufenthalten die vier einfachen Worte rückmelden: „Es ist einfach toll.“
Die Chronik der Hackwald-Hütte in Ebnit kann hier heruntergeladen werden.






