Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnt vor einer zunehmenden Gefahr durch Zeckenstiche. „Zecken werden aufgrund der milderen Temperaturen immer früher im Jahr aktiv“, sagt DRK-Geschäftsführer Gerhard Krayss. Bereits ab etwa acht Grad Celsius beginnen die Tiere nach Nahrung zu suchen. Mit steigenden Temperaturen nimmt auch das Risiko für durch Zecken übertragene Krankheiten zu.
Zecken können beim Stich Krankheitserreger übertragen. Besonders relevant sind dabei die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Borreliose. FSME kann zu einer Entzündung von Gehirn, Hirnhäuten und Rückenmark führen. Laut Robert Koch-Institut werden in Deutschland jedes Jahr mehrere hundert FSME-Erkrankungen gemeldet, besonders häufig in Süddeutschland.
Deutlich häufiger tritt die Borreliose auf. Sie wird durch Bakterien der Art Borrelia burgdorferi ausgelöst und kann unter anderem Hautveränderungen, Fieber sowie Muskel- und Gelenkschmerzen verursachen. Schätzungen gehen von 60.000 bis 100.000 Borreliose-Erkrankungen pro Jahr in Deutschland aus. Eine bundesweite Meldepflicht besteht dafür jedoch nicht.
Ein typisches frühes Anzeichen einer Borreliose kann eine sich ringförmig ausbreitende Hautrötung um die Stichstelle sein, die sogenannte „Wanderröte“. Diese kann Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich auftreten.
Das DRK empfiehlt, sich bei Aufenthalten in Wald, Wiesen und hohem Gras möglichst gut zu schützen. „Helle und möglichst glatte Kleidung erleichtert es, Zecken frühzeitig zu entdecken“, erklärt Gerhard Krayss, Geschäftsführer beim DRK-Kreisverband Ravensburg e. V.. Lange Hosen, feste Schuhe und langärmelige Kleidung verringern das Risiko eines Stichs. Bei Wanderungen durch Wiesen oder Gebüsch sollten die Hosenbeine in die Socken gesteckt werden.
Nach Aufenthalten im Freien sollte der Körper gründlich nach Zecken abgesucht werden, insbesondere an warmen und feuchten Körperstellen wie Achselhöhlen, Kniekehlen oder der Leistengegend.
Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst schnell entfernt werden. Dazu empfiehlt das DRK eine Zeckenkarte oder -zange. Die Zecke sollte dabei hautnah gefasst und langsam gerade herausgezogen werden. Anschließend sollte die Einstichstelle desinfiziert und einige Tage beobachtet werden. Bei Hautrötungen, Fieber oder grippeähnlichen Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts bestehen FSME-Risikogebiete vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch in Teilen von Hessen, Thüringen und Sachsen. Die Region Bodensee-Oberschwaben gehört zu den besonders betroffenen Gebieten. Für Menschen, die sich häufig in der Natur aufhalten, kann daher eine FSME-Schutzimpfung sinnvoll sein.
