· Pressemitteilung

Jahresversammlung des DRK-Kreisverbands Ravensburg in der Stadthalle Aulendorf

Ein Gruppenbild einer großen Menschengruppe in einer FesthalleFoto: DRK-Kreisverband Ravensburg e. V.

DRK: ein starker Partner in der Blaulichtfamilie

Bis auf den letzten Platz angefüllt war die Stadthalle Aulendorf mit Engagierten des DRK sowie Partnern der Blaulichtfamilie und Ehrengästen, als der DRK-Kreisverband Ende September zur jährlichen Kreisversammlung lud. Angefüllt war die Veranstaltung – ausgerichtet vom DRK-Ortsverein Aulendorf – auch mit sehr viel Dank, Lob und Wertschätzung. 

Klaus Pavel, Vize-Präsident des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg verwies in seinem Grußwort darauf, dass es „typisch oberschwäbisch“ sei, immer was Besonderes auf die Beine zu stellen. Das Rote Kreuz nannte er die stärkste humanitäre Organisation. Und: „Sie sind ein starker, ganz starker Verband.“ Hinsichtlich der weltweiten Krisen würden Bevölkerungs- und Katastrophenschutz künftig eine immer größere Rolle spielen, was bedauerlich sei. Umso besser sei daher, dass seine Stärkung im Koalitionsvertrag verankert ist. Dass hinreichend junge Menschen als Nachwuchs für das DRK gewonnen werden können, stärke auch die Demokratie und das notwendige Miteinander der Gesellschaft. 

Immer verlässlich

Bürgermeister Matthias Burth versicherte bei seinem Willkommensgruß, dass der DRK-Ortsverein Aulendorf immer ein verlässlicher Partner bei Veranstaltungen ist. Oliver Surbeck, Kreisbrandmeister und Leiter der Stabsstelle für Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement im Landratsamt Ravensburg, hob hervor, dass die Blaulichtfamilie im Landkreis Ravensburg ganz besonders sei. Die DRK-Rettungsleitstelle Bodensee-Ravensburg etwa sei eine der größten im Bundesland und Aushängeschild. Der DRK-Kreisverband Ravensburg ein starker Gesellschafter. Baden-Württemberg diskutiere über eine Leitstellenlandschaft, so Surbeck. Dabei genüge ein Blick Richtung Bodensee-Oberschwaben, um zu sehen, wie es geht.

Leistungsstarker DRK-Rettungsdienst 

So ist etwa der DRK-Rettungsdienst als Rückgrat der Daseinsvorsorge in 25 Jahren von 93 auf heute 834 Mitarbeitende angewachsen. Allein 2025 wurden rund 93000 Notfallrettungen und Krankentransporte im Raum Bodensee-Oberschwaben-Sigmaringen geleistet – mit 19 Rettungswagen und neun Notarzteinsatzfahrzeugen im 24-Stunden-Dienst. 98 Prozent der Einsätze konnten ehrenamtlich bedient werden. „Als Gesellschafter und Aufsichtsräte tragen wir Verantwortung für einen Rettungsdienst, auf den sich die Menschen jederzeit verlassen können“, versicherte DRK-Präsident Marc Hengge, der auch durchs Programm führte. Sein Dank galt besonders auch dem Geschäftsführer Volker Geier und dem Prokuristen Frank Panschar. 

Sicherer Partner

Renato Gigliotti, Polizeipräsident am Polizeipräsidium Ravensburg, meinte in seinem Grußwort: „Mit Ihnen als Partner fühle ich mich sicher, weil sie hervorragende Arbeit leisten.“ Die Kollegen und Kolleginnen im Polizeipräsidium seien hellauf begeistert, wenn sie vom DRK reden. Nicht immer sind Menschen den Helfenden im Einsatz wohlgesonnen. „Wir als Polizei unterstützen Sie, damit Sie Ihre Arbeit machen können.“ 

Ehre, wem Ehre gebührt

Nicht nur Grußworte, sondern auch die Ehrung von Kameradinnen und Kameraden gehören fest zur Jahresversammlung des DRK-Kreisverbandes Ravensburg. Zur Realität der Hilfsorganisation gehört leider auch, dass Menschen, die sich unparteiisch und humanitär für andere in Not einsetzen, nicht selten selbst zu Schaden kommen. Im Jahr 2025 war die traurige Bilanz der im Einsatz getöteten Engagierten der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung mit 350 die zweihöchste seit Erhebung im Jahr 1997. Diesen Helfern und Helferinnen wurde ebenso wie verstorbenen Kameraden und Mitarbeitern mit einer Schweigeminute gedacht und ihnen auf diese Weise besondere Ehre erwiesen. 

„Ausgezeichnete“ Engagierte

Ein Höhepunkt der Kreisversammlung waren die Ehrungen langjährig Engagierter und verdienter Partner des Roten Kreuzes. Neben zwei Verdienstmedaillen des Kreisverbandes in Silber und fünf in Gold wurden dabei jeweils in Gold auch Heinz Pumpmeier von der Kreissparkasse Ravensburg und Uwe Stürmer vom Polizeipräsidium Ravensburg ausgezeichnet. Eine besondere Ehrung erhielt Cornelia Barth mit der Henry-Dunant-Plakette.

Klaus Pavel sagte in seiner Laudatio und bei der Überreichung der höchsten Auszeichnung, die das DRK zu vergeben hat: „Es gibt Menschen, bei denen reicht ein einziges Wort, um ihr Engagement zu beschreiben: außergewöhnlich.“ Cornelia Barth stehe seit mehr als einem Vierteljahrhundert beim Roten Kreuz für Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Engagement aus Überzeugung. „Sie leben das, wofür Henry Dunant vor über 160 Jahren den Grundstein legte – und sind für uns alle Vorbild und Inspiration.“

Breitaufgestellter Kreisverband

DRK-Präsident Hengge wurde nicht müde, die herausragenden Leistungen der einzelnen Bereiche im Kreisverband hervorzuheben: Er ist breit aufgestellt, leistungsfähig und fest in der Gesellschaft verankert, versicherte er. Beispielsweise verzeichnete das Jugendrotkreuz einen Zuwachs von 139 (2024) auf 184 (2025) Mitglieder. Die Bergwacht stieg im gleichen Zeitraum von 32 auf 43 Mitglieder. Ein ähnliches Bild zeichnen die Einsätze: Bei der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) stiegen sie von 126 (2024) auf 141 im vergangenen Jahr. Die Rettungshundestaffel meisterte 24 Einsätze (2025) im Vergleich zu 13 im Jahr 2024. 

Sorgenkind Katastrophenschutz

Sorgen bereitet die Ausstattung im Katastrophenschutz. Die Fahrzeuge sind im Durchschnitt 26 Jahre alt. Die staatliche Förderung ist seit 2024 zurückgegangen. Die interne Analyse zeigt: Allein für Fahrzeuge, Unterkünfte sowie Ausbildung entstehen jährlich Kosten in einer Größenordnung von rund 365.000 Euro – allein beim Kreisverband Ravensburg. Kosten, die zu einem erheblichen Teil durch Eigenmittel getragen werden. Dennoch bestätigte die Wirtschaftsprüfung auch in diesem Jahr die vorbildlichen Zahlen des DRK-Kreisverbandes Ravensburg.

Engagement bedeutet umfassender Zeitaufwand

Der Abend war geprägt von viel Dank, Ehre und Wertschätzung an die zahlreichen Ehrenamtlichen sowie die hauptamtlichen Mitarbeitenden, die aus Mitmenschlichkeit Menschen in Not unabhängig von deren Herkunft und sozialem Stand helfen. Jederzeit und schnell. Zum Ausdruck kam mehrfach, dass Ehrenamtliche viel Zeit in Ausbildung, Organisation und Training stecken, um gut für Notfälle präpariert zu sein. Zeit, die schlussendlich vielen Mitmenschen zugutekommt, aber nicht selten für Partner oder Partnerin und Familie fehlt. Ein Wunsch, den sicher alle Engagierten mit Klaus Pavel teilen, ist, dass „Mauler und Gaffer“ von Unglücksstellen fern bleiben und Helfende nicht verunglimpfen. Ein besonderer Dank galt den DRK-Geschäftsführern Gerhard Krayss und Volker Geier.

Wertschätzung mit feinem Essen und Musik

Gekrönt war der Abend nicht nur von einem umfangreichen Buffet, sondern auch von professioneller Musik der Opernsängerin Evelyn Schlude, Antonia Schlude an der Violine und Trompeter und Komponist Timo Bossler.