· Pressemitteilung

Kenntnisse in Erste-Hilfe-Kursen weitergeben

Foto: DRK-Kreisverband Ravensburg e. V.
Petra Klein hat sich sorgfältig auf einen ihrer ersten Kurse als Ausbilderin beim DRK-Kreisverband Ravensburg vorbereitet.
Foto: DRK-Kreisverband Ravensburg e. V.

Gut vorbereitet als Ausbilderin in Sachen Erste Hilfe.

Matten, Kisten mit Verbandsmaterial, Helme sowie Puppen für die Übung zur Reanimation: Petra Klein ist als frischgebackene Ausbilderin in Sachen Erste Hilfe für ihren zweiten Einsatz gewappnet. Die nötigen Ausbildungen dafür hat sie in den vergangenen Monaten erfolgreich gemeistert. Künftig ist sie für den DRK-Kreisverband Ravensburg ehrenamtlich im Einsatz. 

Petra Klein wollte in der Zeit nach ihrem Arbeitsleben „was tun“ und zwar etwas Sinnvolles. Mehr als 45 Jahre war sie im Technischen Bereich beruflich verortet. Die 63-Jährige engagierte sich bei ihrem Arbeitgeber ihre letzten acht Arbeitsjahre außerdem im Gremium des Betriebsrates. Wenn sie vom Arbeitsleben erzählt, ist herauszuhören, dass sie sich sowohl mit dem Beruf als auch mit dem Unternehmen identifiziert hat. Auf der Suche nach einer Aufgabe im Rentnerdasein wollte sie aber etwas anderes machen, mehr mit Menschen. So fand sie die Möglichkeit, sich beim DRK als Ausbilderin zu engagieren. Ihre Sorge, womöglich zu alt dafür zu sein, wurde von der Organisation entkräftet. „Es hat geklappt,“ erzählt sie erfreut. 

Ausbildung mit mehreren Bausteinen
Doch bevor sie als Ausbilderin aktiv werden konnte, musste sie sich selbst ausbilden lassen. Am Anfang stand die Ausbildung zur Sanitätshelferin. „Man muss nicht Krankenschwester oder MTA sein“, erklärt Petra Klein, dass die Ausbildung und die späteren Einsätze bei Erste-Hilfe-Kursen für alle Interessierten offensteht. Das DRK gestaltet die Ausbildung an drei Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend. Dabei werden unter anderem Notfälle simuliert, die die Teilnehmenden erkennen müssen und entsprechend richtig agieren. Am Ende steht eine ganztägige theoretische und praktische Prüfung. Da diese Kurse beim DRK oft lange im Voraus ausgebucht sind, wurde Petra Klein die Möglichkeit eröffnet, den gleichwertigen Kurs beim ADAC in Mindelheim zu absolvieren, um nicht zu lange auf ihre Ausbildung warten zu müssen. 

Fachvokabular auch für die Laien wichtig
So ging es Schlag auf Schlag. Petra Klein legt einige vollbeschriebene Blätter auf den Tisch. Hypoxie, Trachea, Apnoe: Lateinische Worte sind darauf zu lesen mit ihrer entsprechenden Übersetzung ins Deutsche. Das folgende Grundlagenseminar bestand aus einem halben Tag online und einem ganzen Tag bei der DRK-Landesschule in Stuttgart. „Es ist schon mit etwas Lernaufwand verbunden, aber auch gut machbar“, sagt sie. Die Wörter müssen sitzen, um sie abrufen zu können, falls jemand im Rettungsdienst weitermacht, um dann mit den Ärzten kommunizieren zu können. Diesem Seminar folgten drei Hospitationen bei Erste-Hilfe-Kursen. 

Didaktik – fachbezogen und allgemein
Bleibt noch die Frage, wie man lernt anderen das eigene Wissen zu vermitteln. Den dritten Baustein, die „Qualifizierung von Ausbildungskräften im EH-Programm“ besuchte sie in der DRK-Landesschule in Freiburg. Am Ende der intensiven Woche stand wiederum eine theoretische und praktische Prüfung. Zur Übung mussten die Teilnehmenden ein Thema frei wählen und der Gruppe präsentieren. Petra Klein nahm den „Wiener Walzer“, was darauf hinweist, dass sie gerne tanzt. „Es waren wilde Sachen dabei“, sagt sie bewundernd. So hat eine Teilnehmerin ihr Sup-Board mitgebracht und als „Trockenübung“ ihren Sport vorgestellt, eine andere hat verkleidet ihre Mitstreitenden in eine Fantasiewelt mitgenommen. Ihre Probelehrprobe haben alle mit Bravour bestanden. Petra Klein hat inzwischen das Zertifikat in der Tasche, das von der Berufsgenossenschaft (BG) für die betrieblichen Ersthelfenden anerkannt ist. Ihren Lehrschein muss sie künftig alle drei Jahre mit einer zweitägigen Fortbildung auffrischen. 

Informationen: Ausbilderin oder Ausbilder beim DRK
Jeder kann sich zur Ausbilderin oder zum Ausbilder schulen lassen. Voraussetzung ist das Interesse, mit Menschen zu arbeiten, sowie genügend freie Zeit für die späteren Einsätze. Die Kosten der gesamten Ausbildung werden vom DRK übernommen. Die Ausbilder verpflichten sich im Gegenzug mindestens acht Kurse zu geben. Die Kurszeiten als Erste-Hilfe-Kursleiterin oder -Kursleiter sind von den Ehrenamtlichen flexibel wählbar. Für ihre Einsätze gibt es eine Honorarvergütung.