Am Mittwochabend, 12. August 2026, wurde das Deutsche Rote Kreuz um 18:24 Uhr zu einem zunächst als einfacher Brand gemeldeten Einsatz in Grünkraut alarmiert. Im weiteren Verlauf entwickelte sich die Lage zu einem größeren Einsatz mit zwei Brandobjekten. Daraufhin wurden weitere Einheiten und Einsatzkräfte nachalarmiert.
In der Spitze waren mehr als 60 ehrenamtliche und über 20 hauptamtliche Einsatzkräfte von DRK und Johannitern im Einsatz. Zum Einsatz kamen unter anderem Rettungswagen, Krankentransportwagen und Fahrzeuge für den Liegendtransport sowie Führungs- und Leitungskomponenten und Kräfte aus dem Bereich Technik und Sicherheit.
„Die Lage hat sich nach der ersten Alarmierung sehr schnell weiterentwickelt. Mit den beiden Brandobjekten mussten wir frühzeitig zusätzliche Kräfte und Komponenten in den Einsatz bringen und die verschiedenen Aufgaben koordinieren“, erklärt Simon Sonntag, verantwortlicher SEG-Leiter.
Zu den wesentlichen Aufgaben der Hilfsorganisationen gehörten die sanitätsdienstliche Absicherung der eingesetzten Feuerwehrkräfte, die Verpflegung der Einsatzkräfte sowie die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) der betroffenen Personen. Die Arbeit der PSNV endet dabei nicht zwangsläufig mit dem Abschluss des eigentlichen Einsatzes und wird auch im Nachgang fortgeführt.
Im Verlauf des Einsatzes wurden sieben Feuerwehrangehörige verletzt. Sie wurden durch den Rettungsdienst versorgt und zur weiteren medizinischen Behandlung in umliegende Krankenhäuser transportiert.
„Bei einem Einsatz dieser Größenordnung zeigt sich, wie wichtig eingespielte Strukturen und ausreichend verfügbare ehrenamtliche Kräfte sind. Über viele Stunden hinweg mussten ganz unterschiedliche Aufgaben parallel bewältigt werden“, so Sonntag.
Beteiligt waren Einsatzkräfte des DRK Waldburg, DRK Vogt, DRK Ravensburg, DRK Baienfurt-Baindt, DRK Weingarten und DRK Mochenwangen sowie der Johanniter Bodensee-Oberschwaben am Standort Ravensburg.
Besonders geprägt war der Einsatz durch die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Einheiten und Organisationen.
„Mehr als 60 ehrenamtliche Einsatzkräfte in der Spitze zeigen, welche Leistung unsere Bereitschaften auch kurzfristig erbringen können. Entscheidend war dabei nicht, welche Organisation oder Bereitschaft auf dem Fahrzeug steht, sondern dass wir gemeinsam unsere Aufgaben erfüllen. Die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten DRK-Bereitschaften, dem Rettungsdienst und den Johannitern hat sehr gut funktioniert“, sagt Patrick Richter, eingesetzter Kreisbereitschaftsleiter.
Parallel weiterer Einsatz bei Altshausen
Während in Grünkraut bereits zahlreiche Kräfte gebunden waren, erfolgte um 19:48 Uhr eine weitere Alarmierung: Die Einsatzgruppe Bereitschaft aus Altshausen wurde zu einem Verkehrsunfall bei Altshausen gerufen.
Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte übernahmen vor Ort die Erstversorgung der verletzten Personen und unterstützten anschließend den Rettungsdienst bei den weiterführenden Maßnahmen.
Damit waren die ehrenamtlichen Strukturen an diesem Abend nahezu zeitgleich an zwei unterschiedlichen Einsatzstellen gefordert.
„Dass parallel zum umfangreichen Einsatz in Grünkraut weitere Kräfte zu einem Verkehrsunfall ausrücken und dort unmittelbar die Versorgung von Verletzten übernehmen konnten, zeigt die Bedeutung unserer dezentralen ehrenamtlichen Strukturen. Auch bei einer größeren Einsatzlage müssen wir handlungsfähig bleiben, wenn an anderer Stelle Hilfe benötigt wird“, erklärt Patrick Richter.
Für die Einsatzkräfte des DRK endete der Einsatz in Grünkraut gegen 2:30 Uhr am Donnerstagmorgen und damit rund acht Stunden nach der ersten Alarmierung.
„Solche Einsätze funktionieren nur, weil Ehrenamtliche bereit sind, kurzfristig alles stehen und liegen zu lassen und über viele Stunden Verantwortung zu übernehmen. Dafür gilt allen eingesetzten Kräften unser ausdrücklicher Dank. Den im Einsatz verletzten Kameraden der Feuerwehr wünschen wir eine schnelle und vollständige Genesung“, so Patrick Richter abschließend.
Das DRK dankt allen beteiligten Einsatzkräften und Organisationen für die professionelle und organisationsübergreifende Zusammenarbeit und wünscht allen verletzten Einsatzkräften eine schnelle und vollständige Genesung.


